Frankfurter Altstadt

35 Häuser – davon 15 Rekonstruktionen und 20 Neubauten – sind auf den historischen Parzellen der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Frankfurter Altstadt entstanden. Straßenzüge wie der bekannte Krönungsweg zwischen Dom und Römer oder die Gasse „Hinter dem Lämmchen“ sind seit Mai 2018 wieder frei begehbar.

Frankfurt verfügt über eine reichhaltige Geschichte, die an dieser Stelle begonnen hat. Der Archäologische Garten mit den Funden aus der Römer- und Karolingerzeit, die unterschiedlichen Bau- und Architekturstile, die man an den Häusern ablesen kann – all das fügt sich in der Altstadt zu einem erlebbaren Stück Geschichte zusammen.

Dass sich Frankfurt heute Messestadt nennen darf, nimmt seinen Ursprung im Hof des Hauses „Goldenes Lämmchen“. Im Mittelalter waren es die Händler von Wein, Wolltüchern, Pferden und Luxusobjekten, die das Kaiserliche Privileg, Messen veranstalten zu dürfen, in den Höfen der Stadt auslebten. Die Messe im Lämmchenhof hielt sich so lange wie keine andere. Hier konnten nicht nur Güter ge- und verkauft werden, die Räume des Hauses wurden auch als Quartiere und Lagerraum verwendet.

Der Krönungsweg zwischen Römer und Dom bildet die wichtigste und historisch bedeutsamste Wegeverbindung Frankfurts. Auf ihm schritten die Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation zur Krönung in den Dom und zurück zu den Feierlichkeiten in das Rathaus Römer. Im Zuge des Altstadt-Wiederaufbaus stellte die mit dem Bau beauftragte DomRömer GmbH den originalen Verlauf des Krönungswegs wieder her und senkte ihn auf sein historisches Niveau ab. Im Rahmen von Führungen werden Gäste und Bürger in Zukunft mehr über diese Epochen erfahren können.

Die Altstadt wurde in ihrer Geschlossenheit nicht nur eine der größten, sondern auch eine der schönsten Altstädte Deutschlands. Auf der Suche nach billigem Wohnraum strömten im Zuge der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts Menschen auf Suche nach Arbeit in die Stadt. Daraus resultierte ein rasantes Bevölkerungswachstum. Bald war die Altstadt mit über 22.000 Bewohnern chronisch übervölkert und verwahrlost, es herrschten Armut und Kriminalität. Mitte der 1930-iger Jahre begann man mit Sanierungsmaßnahmen, die obsolet wurden, als am 22. März 1944 ein Britisches Bombardement von mehr als 1.000 Flugzeugen die Altstadt nahezu vollständig zerstörte.

Von Anfang an polarisierte die Diskussion um den Wiederaufbau. Städtebaulich war, auch nach der folgenden teilweisen Bebauung der 1970-iger und 1980-iger Jahre, eine indifferente Brache geblieben, die zu anhaltend heftigen Diskussionen über den Wiederaufbau der Altstadt und letztlich 1981 zur Errichtung der sogenannten Ostzeile führte. Nun wollten viele Frankfurter gerne „mehr Altstadt“. Für eine Neubebauung gab es über die Jahrzehnte mehrere Vorschläge in zeitgenössischer Architektur, aber auch in historischen Modellen. Relativ einig war man sich darin, das Technische Rathaus abzureißen.

Das, was nun entstand, ist das Ergebnis all dieser Diskussionen. Alles, was aus politischer, soziologischer, stadtplanerischer oder architektonischer Sicht aktuell oder diskutierbar war, lag auf dem Tisch.

Mit diesem Projekt wurde in vielerlei Hinsicht Neuland betreten: sei es in der außerordentlich komplexen Projektentwicklung, der baulichen Umsetzung oder der vielschichtigen Vermarktung. Über die Laufzeit von 10 Jahren ab Gründung der DomRömer GmbH musste aus einer fixen Idee ein genehmigungsfähiges, baureifes und vermarktbares Projekt entwickelt werden. Immer wieder musste auf veränderte Rahmenbedingungen reagiert werden, so hat das Projekt unendlich viele Anpassungen im Großen wie im Kleinen erlebt und überstehen müssen, immer mit der festen Absicht, dieses außergewöhnliche Konzept tatsächlich zu realisieren.

Mit dem Blick auf das Alte in die Zukunft schauen

Unter der Prämisse nicht für die Galerie zu planen und zu bauen, sondern ein bewohnbares, standortadäquates Quartier zu schaffen, entstand als Ergebnis all dieser Auseinandersetzungen genau die Stadtreparatur, die an diesem Ort angeraten ist. Diese Reparatur erfolgt dabei so behutsam, wie aufgrund der gegebenen Rahmenbedingungen eben möglich.

Wenn diese „Reparatur am offenen Herzen“ wie sie einmal genannt wurde letztlich dazu führt, dass das Quartier von einem Großteil der an ihrer Stadt interessierten Bürgern und Bürgerinnen angenommen wird und wenn das, was entstand unprätentiös und zeitlos genug ist, dass es seine Qualität über Jahre oder Jahrzehnte behält, dann ist sie ein glaubhafter Beitrag zur Diskussion über zeitgemäße Architektur.

Es ist ein bürgernahes, von der Mehrheit der interessierten Bürger akzeptiertes Stück Stadt entstanden. Und diese allgemeine Akzeptanz stellt sicher, dass dieses neue Quartier integraler und gleichzeitig alltäglicher Bestandteil der Stadt wird.

Quelle: DomRömer, Frankfurt

Im März 2019 wurde das städtebauliche Projekt mit dem MIPIM-Award in der Kategorie "Best Urban Regeneration Project" ausgezeichnet. DomRömer Aufsichtsratsvorsitzender, Oberbürgermeister Peter Feldmann, sagte dazu: "Mit dem Wiederaufbau der Altstadt (...) hat die Stadt ihr historisches Herz zurückgewonnen. Das Projekt zeigt damit beispielhaft, wie Projekte zur Stadterneuerung städtebauliche Missstände heilen können."

GU-Lösung: GU-Vorbauzarge, BKS-Schließanlagen janus und livius, SECURY Mehrfachverriegelung

 


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